| OT04
- Vierter Tag - Polar zum Zweiten
Hallo treue Leserschaft der PNL OT04
Bereits sind einige Stunden vergangen seit die OT04 ihr offizielles
Ende gefunden hat.
Die berühmten Fahrer Xenia und Angelus haben sich bereits
wieder neuen Herausforderungen angenommen, und die tüchtigen
Maschinen die sich so wacker hielten, stehen in Ihren Unterkünften
und erholen sich von den Strapazen.
Nichts desto trotz hat die Redaktion es fertig gebracht vom
PNL Fahrerteam noch eine Zusammenfassung der letzten Touretappe
zu erhalten, welche sie nachfolgend finden werden.
Zuvor möchten sich die Organisatoren der PNL OT04 noch
ganz herzlich bei den verschiedensten Institutionen für
das gelingen der OT04 bedanken (die Liste ist nicht abschliessend,
siehe auch in kürze www.polarnolemmings.org > credits
> OT04):
- Dank dem französischen und Schweizer Zoll, dass sie
unsere Fahrer unbehelligt bei Schneefall passieren liessen
und speziell der grösseren Ansammlung von Schweizer Zollpersonal,
welche bei der Rückkehr Parade standen (sah angeblich
mächtig eindrücklich aus, ehrlich)
- Danke der Stadt St Claude: ihre Schauerlichkeit hat dafür
gesorgt dass die Tagesetappe weiter wurde
- Das Hotel in Onnyaux: Die Equipe war froh zum gleichen
ablehnenden Schluss gekommen zu sein
- Merci dem Beizli in Ambronay: dass die Fahrer Kaffee und
zu trinken bekamen obschon die Küche bis "morgen"
zu war
- Danke der Blackcorp Sightseeing Division: Dieses Städtchen
Perouges habt ihr erstklassig hingekriegt
- Danke "Irene" (?) für das Kaffee verkaufen
in Biere
- Und ganz wichtig an dieser Stelle mal: Danke den daheimgebliebenen
Familien, Freunden, Bekannten welche die PNL Touren begleiten,
unterstützen und einem das Heimkommen als freudiges Erlebnis
darbieten! Danke!
***
by Angelus 12.04.2004
Also für die Eingeweihten: Letztes Jahr lief Matrix
im TV, dieses Jahr war’s der Film mit dem Daywalker.
Aber natürlich wurde nicht viel TV geglotzt denn nach
dem fürstlichen Diner holte einen rasch die Müdigkeit
ein.
Den Kampf gegen die Kopfrolle musste ich diesmal zwar nicht
bestreiten, doch scheinen die Betten, zwar überaus weich,
in Ihrer Länge eher für kleinere Personen bestimmt
gewesen zu sein, was durch das hochstehende Fussteil nicht
vereinfacht wurde.
Egal, der Morgen kam und begrüsste uns mit Sonnenschein
der durch die Gassen von Perouges (ist so also korrekt mit
"s" geschrieben) glitt. Wir zögerten nicht
lange und machten uns um ca. 0900 aus unseren Gemächern
auf um in der Ostellerie vorne zu speisen.
Das Städtchen war noch fast ausgestorben, nur ein paar
Bewohner und solche die dort arbeiten waren z sehen, und auch
in der sonnendurchfluteten Räumlichkeit wo wir das Frühstück
einnahmen war es ruhig und entspannt.
Die Auswahl war ordentlich, ohne Buffet aber mit allem was
man auf dem Land an einem herrlichen Morgen so zu essen lust
hat.
Später, nach ausgiebigem Plaudern, Frühstücken
und Geniessen, ging es nach nebenan in die äusserlich
mittelalterliche Garage, wo unsere Schlachtrosse geparkt standen.
Aufgesessen, angeworfen und durch die ersten Touristengruppen,
über unebenen Steinbelag ging’s vor das Gebäude
in welchem wir für die Nacht gebettet waren.
An dieser Stelle sei übrigens mal ausdrücklich
auch den jungen und kleinen französischen PNL Fans gedankt,
welche stets mit diesem Glänzen in Ihren Äugen auf
unser Erscheinen reagieren (meist mit "Oh Mamman, regarde
les motos...") und auch den begleitenden Erwachsenen
sei gedankt, da sie den jungen Enthusiasmus stets unterstützt
haben ("Oh oui, et ils sont grand les motos, regarde
la sont le messieurs..."): Danke und Merci beaucoup!
Nun denn, in Perouges durften wir nicht mehr allzu lange
verharren, aber nachdem die Maschinen beladen waren, durchschritten
wir die Stadt nochmals bei Tageslicht und unsere Starfotografen
fanden massig Sujets welche auch auf www.polarnolemmings.org
abgebildet sein werden.
Vor Mittag rollte unsere kleine Equipe schliesslich aus dem
Mittelalter wieder in die Neuzeit hinaus und auf ging es nach
allgemeiner Richtung Nordosten. Zunächst aber erst noch
kurz aufgetankt und schliesslich bei St Rembert en Bugy in
die Hügel. Wo möglich suchten wir für uns und
unsere Maschinen die anspruchsvollen Routen aus, so dass wir
quer durch das hügelige Land in allgemeiner Richtung
westlich von Genf vorankamen.
Dabei entdeckten wir doch tatsächlich, dass Schilder
mit dem Text "Col de Cuvillat Ferme" in Frankreich
auch ihren Grund haben. Der Tel mit dem "Col" (Pass)
wies grundsätzlich auf eine spannende und anspruchsvolle
Route hin und das "Ferme" fand seinen Anspruch darin,
dass nach der Passhöhe auf ca. 1000 M.ü.M. eine
ebenes Strassenstück dank schattiger Lage für gute
300 m vollkommen Schneebedeckt war.
Natürlich reagierte die Expedition kompetent und professionell:
Ein Spähtrupp wurde sofort losgeschickt welcher sich
waghalsig und bar jedem Respekt für die definitiv reduzierte
Reibungseffektivität zwischen Rad und Unterlage, nach
vorne in den Schneeabschnitt stürzte und nach vorsichtigem,
zum Teil zu Fuss unternommenem Vortasten durch das Schneefeld
durchgeschlagen konnte. Anschliessend wurde die Strecke noch
bis auf 900 M.ü.M. vorerkundet und nach geleisteter Aufklärung
das Gros des Verbandes mit ebensolcher Gnadenloser Verachtung
des Schneebelags, erfolgreich nachgezogen.
Natürlich alles in allem in waghalsiges Unterfangen,
jedoch mit unschätzbarem Wert für das PNL Fahrerrepertoire
und zudem konnte das "Polar" in unserer Bezeichnung
wieder einmal seine Rechtfertigung finden.
Nach diesem winterlichen Abenteuer wurde bald einmal die
Gelegenheit wahrgenommen, an einer sonnigen Stelle den Kocher
auszubringen und eine Suppenmahlzeit zu produzieren. Starkoch
Xenia übertraf dabei wiedereinmal sich selbst und nach
ca. einer Stunde ging es gut gesättigt und von den sinnlosen
Rufen aus dem Wald befreit, weiter (vielleicht war’s
ja der Wanderer mit dem Hund, vielleicht auch der Velofahrer
im Graben...).
Bald danach wurde die Hauptachse Nantua-Genf gen Nordosten
gekreuzt und die Expedition fiel auf Nebenstrassen ins Val
Mijoux ein, welches unterhalb von La Dole, nach unzähligen
herrlichenschnellen Kurven, in Mijoux endete und gegen Les
Rousses hin anstieg. Von dort einmal durch den falschen Zoll
dann retour und zurück in die Schweiz nach St. Cergue.
Eindrücklich war die Ansammlung von Zoll FunktionärenInnen
welche uns bei Schweizer Zoll Spalier standen als wir in unsere
Heimat Nation zurückkehrten und ebenso auffällig
war die massive Ansammlung von Motorrädern in St Cergue
(in ganz Frankreich waren uns nur ab und an Motorradfahrer
begegnet, hier zurück in CH hatte es plötzlich extrem
viele).
Von St Cergue ging es überland nach Biere wo ein Zwischenstop
in der Offiziersmesse der Föderalistischen Bundeskaserne
eingelegt wurde (Frage: weiss jemand was der Schwarze Todesreiter
mit dem Schädel an der einen Wand zu bedeuten hat?).
Schliesslich ging es später weiter nach Cossonay, kurz
nachgetankt damit die Reichweite bis über Zug hinaus
gewährleistet war, und auf der schönen, lilafarbigen
Autobahn über Yverdon nach Bern Grauholz, wo ca. nach
90 Minuten die Equipe eintraf und ein kleine Kaffeelein getrunken
wurde.
In der Abenddämmerung ging es dann nach einer kurzen
Parkplatzverpflegung vom Grauholz weiter direkt in ca. 60
min nah Holzhäusern wo im Restaurant Milano die Abschluss
Besprechjung stattfand, inkl. dem Repräsentanten von
USpace.ch
als Ehrengast zum Kaffee.
Gegen 2300 wurde die PNL OT04 offiziell von der Organisation
als beendet befunden und die Fahrer sowie Fans und Gäste
verabschiedeten sich voneinander.
Die OT04 war herrlich und mit ca. 1350 km die längste
aller bisherigen OT's! Ich freue mich schon auf die nächste
Unternehmung!
Gruss euch allen
Angelus, PNL 224
***
Epilog der Redaktion:
Xenia auf PNL 304 fuhr Richtung Zug in den Heimathafen und
ist heute, zwei Tage später schon heftig damit beschäftigt
Konzepte, Analysen und Erfahrungen aus der OT04 und anderen
Unternehmungen auswerten. Resultate könnten bald auf
www.polarnolemmings.org zu finden sein.
Angelus auf PNL 224 hatte gerade einen Tag Zeit um die nächste
PNL Associated Expedition vorzubereiten und ist
zur Zeit mit einer als "Zauberin" bekannten Dame
im Süden unterwegs. Dabei wird die PNL Tauglichkeit von
PNL 401 (Fzg Modell Smart Pulse) als Expeditionsfahrzeug untersucht.
Die bisherigen Ergebnisse sind ausesserst erfolgreich, aber
mehr dazu könnte es demnächst auch auf unserer Website
zu finden geben.
Bis bald wieder! Eure PNL Redaktion
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